Freistehendes Gartentor montieren

Ein neuer Doppelstabmattenzaun macht Freude! Damit aber der Zaun später ein harmonisches Gesamtbild abgibt, ist es entscheidend, alle seine Komponenten mit gleichbleibender Sorgfalt zu errichten. Und zu diesen Komponenten zählt neben Fundamentgruben, Pfosten und Stabmatten natürlich auch das Gartentor. Und damit bei diesen Arbeiten nichts schiefgeht, soll an dieser Stelle noch einmal ein genauer Blick darauf geworfen werden, wie sich ein Gartentor montieren lässt. Als Beispiel dient dabei die wohl häufigste Art der Errichtung: der freistehende Aufbau.

1) Die Voraussetzungen

Ein Gartentor freistehend zu montieren, ist eine Aufgabe, die sehr viel Umsicht erfordert. Denn die Liste möglicher Fehler ist lang: So könnten sich später die Torpfosten gegeneinander verschieben oder sogar in ihrer Verankerung wackeln, das Tor könnte nicht richtig in der Flucht des Zaunes liegen oder der Abstand zwischen den Torpfosten zu knapp für die Gartentür ausfallen. Das hier gewählte Vorgehen soll genau solche Komplikationen vermeiden helfen.

Die eigentlichen Arbeiten ähneln dabei denen, die bei der Errichtung der Zaunelemente anfallen. Auch für das Montieren des Gartentors sind genaue Messungen vorzunehmen, Erdarbeiten durchzuführen und Fundamente zu betonieren. Prinzipiell wird also dasselbe Werkzeug benötigt. Wer sich beim Ausheben der Fundamentgruben einige Mühe sparen möchte, kann auf den Einsatz eines Erdlochbohrers setzen. Die Geräte lassen sich im Fachhandel auf Tagesbasis leihen. Ansonsten sollten für die später benötigte Stützkonstruktion noch zahlreiche Schraubzwingen und Konstruktionshölzer bzw. Holzlatten bereitliegen.

2) DAS FUNDAMENT DES GARTENTORES

Ein gutes Fundament ist wie immer die beste Grundlage, um beim Gartentor Montieren Baufehler zu vermeiden. Benötigt werden zunächst zwei Fundamentgruben, um die beiden Torpfosten zu verankern. Ob dabei nun ein Erdlochbohrer zum Einsatz kommt oder Spaten und Schaufel – in jedem Fall ist auf die genaue Ausrichtung und die geeigneten Dimensionen der Löcher zu achten. In gemäßigten Breiten sind die Gruben 80 cm tief auszuführen, um die Frostgrenze zu unterschreiten. Ihr Durchmesser sollte zudem 20 bis 30 cm größer ausfallen als der des zu betonierenden Objektes. Da hier Torpfosten mit einer Kantenlänge von 6 cm verbaut werden, sind 30 cm eine sichere Wahl.

Bevor gegraben wird, sind die Positionen der Fundamentgruben genauestens einzumessen und mit der Flucht des Zaunes abzustimmen. Dann erfolgt der Aushub. Sobald die Fundamentgruben erstellt sind, fällt noch eine Sicherheitsmaßnahme an: Mit dem Spaten wird zwischen den Löchern ein 20 cm breiter Steg gestochen, der diese miteinander verbindet. Bei der Betonierung wird hier später eine Querstrebe entstehen, die verhindert, dass sich die Torpfosten bei Hitze oder Kälte gegeneinander verschieben und damit das Tor unbrauchbar machen.

3) GARTENTOR ZUSAMMENBAUEN

Bei diesem Projekt empfiehlt es sich, das Gartentor bereits vorab vollständig zusammenzubauen. Daher werden erst einmal alle Bauteile und deren Zubehör auf einer geeigneten Unterlage übersichtlich ausgebreitet. Zunächst ist das Türgelenk herzustellen: Die beiden Kloben werden oben und unten in die dafür vorgesehenen Löcher im ersten Torpfosten geschraubt, jedoch immer nur bis zur Hälfe. So bleibt Raum für spätere Justierungen. Der Abstand zwischen Tor und Pfosten sollte am Ende auf jeden Fall mindestens 6 cm betragen (Gartentür Optima).

Per 24er Gabelschlüssel werden die Kloben mit der Kontermutter festgezogen. Nun lässt sich das Gartentor montieren: Die Tür wird an die Kloben angehalten und mit den Bolzen gesichert. Der obere Bolzen wird von oben nach unten, der untere Bolzen von unten nach oben eingesteckt. Dann werden die Sicherungsringe aufgezogen – am besten mit einer entsprechenden Sicherungsringzange.

Am anderen Torpfosten ist jetzt noch das Schließblech anzubringen. Dieses wird an der vorgesehenen Stelle am Pfosten aufgelegt und dann mit den dazugehörigen Anschlagwinkeln ausgestattet. Vor dem Verschrauben ist darauf zu achten, dass die Ausrichtung der Winkel mit der geplanten Anschlagrichtung des Gartentors übereinstimmt. Sitzt alles ordentlich fest, können auch die Gummipuffer an den Winkeln angebracht werden.

Bevor nun das Einsteckschluss eingebaut wird, ist abermals die Anschlagrichtung zu kontrollieren. Steht die Falle im Schloss falsch, lässt sich diese mit einem Schraubenzieher anhebeln und umdrehen. Dann wird der Rahmen über das Schloss gezogen, das Bauteil eingesetzt und verschraubt. Der Schließzylinder wird zunächst noch ausgespart.

Abschließend kann jedoch noch der Türdrücker eingebaut werden. Die Seite mit dem Vierkant wird in die Tür eingesetzt und von der anderen Seite mit ihrem Gegenstück zusammengesteckt. Dann wird die Sicherungsschraube mit einem Innensechskant festgezogen.

4) GARTENTOR AUFSTELLEN

Um Fehler bei der Ausrichtung zu vermeiden, wird das Gartentor am besten „am Stück“ aufgestellt und betoniert. Damit sich das Gartentor so montieren lässt, muss es jedoch zunächst in ein „Korsett“ gesteckt werden. Dazu werden zwei Holzlatten auf dem Boden positioniert und das Tor so darauf abgelegt, dass eine Latte oben am Tor, die andere unten am Tor von Pfosten zu Pfosten verläuft. Anschließend werden auch auf der Oberseite zwei Holzlatten deckungsgleich zu den unteren abgelegt und die jeweils gegenüberliegenden Paare mit Hilfe von Schraubzwingen leicht miteinander verspannt.

Abstand vom Tor zum Pfosten fixieren

Nun muss noch der passende Abstand zwischen Tür und Schließblech gesichert werden. Dazu werden ober- und unterhalb des Bleches zwei Holzstücke in entsprechender Dicke zwischen Tür und Pfosten gesteckt und ebenfalls durch Schraubzwingen gesichert. Abschließend wird die gegenseitige Ausrichtung der beiden Torpfosten noch einmal kontrolliert, um dann alle Schraubzwingen richtig festzuziehen.

Zwei weitere Holzlatten werden nun über die Fundamentgrube gelegt. Das Gartentor wird aufgerichtet und so auf diesen Latten abgestellt, dass die Pfosten in ihre jeweilige Fundamentgrube reichen. Anschließend wird die Unterlage so lange mit schmalen Brettern oder Stiften unterfüttert, bis das Tor die passende Höhe erreicht hat. Die korrekte waagerechte Ausrichtung wird mit der Wasserwaage kontrolliert.

Mit zwei langen senkrecht vom Gartentor abgespreizten Holzlatten als Streben wird das Gartentor in Position gehalten. Noch einmal wird mit der Wasserwaage geprüft, ob auch die senkrechte Ausrichtung stimmt. Ebenso wird noch einmal die Lage zur Flucht des Zaunes kontrolliert. Sind keine Nachjustierungen mehr erforderlich, werden alle Schraubzwingen fest angezogen, um das Gartentor endgültig zu montieren.

5) DER ANSCHLUSS DES GARTENZAUNS

Dann wird der Beton vorbereitet. Am besten wird dazu ein schnell abbindender Trockenbeton herangezogen. Dieser wird Sack für Sack den Herstellerangaben entsprechend angemischt und anschließend in die Fundamentgrube verfüllt. Zwischendurch wird die Masse in der Grube mit Hilfe einer Maurerkelle immer wieder verdichtet. Auch der Verbindungssteg wird dabei verfüllt. Zur Stabilisierung der Konstruktion lässt sich dieser zusätzlich noch mit Baustahl bewehren. Wurde die Grube bis 10 cm unterhalb der Rasenkante aufgefüllt, sind die Arbeiten vorläufig abgeschlossen, und der Beton kann über Nacht ruhen.

Verspreizungen und Hölzer entfernen

Am nächsten Tag darf die Hilfskonstruktion entfernt werden, denn das Gartentor sollte nun alleine stehen. Alles, was dem Tor jetzt noch fehlt, um den Bau des Gartenzauns voranzutreiben, sind die Anschlusswinkel für die Stabmatten. Schließlich soll das Tor ja in den Gartenzaun eingebunden werden.

Zuerst sind die Pfosten an den Zaunseiten mit entsprechenden Bohrlöchern zu versehen. Von oben beginnend, werden nach unten hin 8 cm abgemessen, um die erste Markierung zu setzen. In einem Abstand von jeweils 40 cm werden dann die übrigen Markierungen vorgenommen. Die markierten Positionen werden dann mit den dem Zubehör beiliegenden selbstschneidenden Schrauben vorgebohrt.

Schließlich werden die Anschlusswinkel angesetzt und festgeschraubt. Sobald alle Winkel angebracht sind, lässt sich das Gartentor an den Zaun anschließen. Dazu müssen die Stabmatten nur noch angelegt und mit dem passenden Klemmstück fixiert werden. Fertig!

Um das Montieren des Gartentors gebührend zu feiern, wird nun noch der Schließzylinder in das Einsteckschloss eingesetzt und verschraubt. Dieser sollte nämlich immer erst dann eingebaut werden, wenn keine Verschmutzungsgefahr mehr besteht. Damit ist die Aufgabe aber endgültig erfüllt und das Projekt gemeistert. Wer sein Gartentor freistehend montieren und Fehler dabei vermeiden möchte, sollte die genannten Empfehlungen beherzigen. Dann wird auch garantiert nichts schiefgehen!

Weiterführende Informationen: Diese Anleitung ist in Kooperation mit diybook entstanden. Dieses Projekt und weiterführende Informationen finden Sie auf diybook unter dem Projekt Doppelstabmatten: Freistehendes Gartentor montieren.